Freitag, 10. Dezember 2010

Bloeder Tag und ein paar Fotos

Passend zu meiner momentanen Stimmungslage regnet es mal wieder an meinem freien Tag. Und Harrison's Kuehlwasser hat angefangen zu kochen. Er ist gerade in der Werkstatt zum Abkuehlen. Bin mal gespannt, ob ich ihn nachher wieder mitnehmen kann, oder ob das ne groessere Sache ist. Ist halt nur die Frage, wie ich dann zurueck "nach Hause" komme. Dreck, echt!
Nun ja, Ihr koennt ja nichts dafuer, deshalb gibt's fuer Euch in paar Bilder.
Das hier ist Gillespies Beach, erreicht man von Fox aus, sind etwa 21 km, 14 davon ungeteert. Ist sehr schoen da, nur Schwimmen kann man-wie fast ueberall an der Westkueste- nicht, da die Stroemungen so stark sind.

Das einzige Bild, das ich bisher von den Gletschern gemacht habe:
Das ist der Fox Galcier von der Ferne. Ich bin auch hingelaufen, aber da hier bisher immer ne Menge Wolken waren sieht man eigentlich nicht wirklich viel. Das Bild ist ganz nett, aber im Vergleich dazu wie es ohne Wolken aussieht (habe ich letztes Jahr gesehen) ist es erbaermlich.
Wenn man weiter in den Sueden in Richtung Haast faehrt kommt man an einen Strand, der Ship Creek genannt wird. Weil hier im 19. Jahrhundert Wrackteile eines Schiffes angespuelt woren sind, das an der Ostkueste Australiens in Seenot geraten ist. Alle Menschen konnten damals gerettet werden, aber das Schiff wurde lange nicht gefunden bis die Wrackteile in NZ angespuelt wuden. Man kann die Wrackteile in einem Museum in Haast anschauen gehen, hab ich aber nicht gemacht.
Aber ich war am Ship Creek, und auch ohne diese Geschichte ist es ein wunderschoener Strand:

Mit Wellen...



...und vielen schoenen Sitzplaetzen...
Und hier kann man sehen, wie schnell sich das Wetter in NZ aendern kann, v.a.an der Westkueste:

Suedlich wurde es wolkiger. Noerdlich war strahlend blauer Himmel. Der Strand zieht sich uebrigens suedlich 50 km weiter bis Jackson Bay, wo die "Zivilisation" dann auch endet.
Und jetzt duerft ihr mal raten, von welcher Seite aus der Wind blaest:


Und jetzt noch was Lustiges, auch wenn mir gerade nicht danach ist. Habe folgendes Schild auf einer Toilette hier in Fox gefunden:

Waere mal interessant zu wissen, was die japanische Uebersetzung wirklich bedeutet.

Georgie

Am 06.12. ist mein Georgie gestorben.
Einige werden das jetzt nicht verstehen oder schmunzeln, wenn sie das lesen, andere, die mich besser kennen oder sogar Goergie kannten werden genau verstehen, dass es mir gerade bescheiden geht.
Georgie war nicht einfach nur ein Kater fuer mich und meine Familie, er war ein wichtiges Familienmitglied. Ueber 16 Jahre lang.
Georgie war immer der Erste, der mich begruesst hat, wenn ich nach Hause kam. Ein Seelentroester in schwierigen Zeiten. Er war einfach immer da, man hat sich nie alleine gefuehlt wenn er da war.
Und jetzt ist mein Papa ganz alleine in diesem grossen Haus. Schlimm.
Georgie ist an Nierenversagen gestorben, der Tierarzt hat noch alles versucht, aber er hat so leiden muessen , dass Papa in einschlaefern lassen hat, was ich verstehen kann. Schlimm genug, dass er ueberhaupt leiden musste, das muss man dann nicht auch noch rausziehen.
Georgie war wirklich der beste Kater, den wir je hatten, immer lieb, hat nie von sich aus gekratzt oder gebissen, da musste man ihn schon gewaltig geaergert haben, wenn er mal gebissen hat. Georgie war sehr liebesbeduerftig, wollte immer gestreichelt und auf den Arm genommen werden, hat angefangen zu schnurren wenn man ihn nur angeschaut hat. Ein ganz gemuetlicher Kater. Ist einem hinterher gelaufen wie ein Hund. Hat vor der Haustuere auf einen gewartet, wenn man weg war. Ist mit spazieren gegangen. Ist gekommen, wenn man ihn gerufen hat. Er hat sogar mir mir geredet (auf katzisch versteht sich).
Er durfte sich bei uns eigentlich alles rausnehmen, konnte schlafen, wo er wollte, hat sich rausgesucht was er fressen will (das wurde dann eben gekauft). Wie gesagt, ein Familienmitglied. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie es ist, nach Hause zu kommen und er ist nicht mehr da. Ich hatt ihn mehr als mein halbes Leben.
Papa hat ihn beerdigt und Blumen auf seinem Grab gepflanzt.
Es wird nie wieder so einen Kater wie Georgie geben.

Samstag, 4. Dezember 2010

Exkurs: Moos

Es gibt 523 verschiedene Moosarten in Neuseeland.
Ich dachte ich zeige Euch mal ein paar Bilder von den moosbewachsenen Baeumen im Regenwald, denn mir faellt immer wieder auf, wie verschieden Moos aussieht, wenn man auf die Details achtet.







Ich persoenlich find's mal wieder faszinierend und krieche viel auf dem Bodem herum, um (fuer mich) neue Arten Moos zu entdecken.
Ehrlich gesagt, ich kann Euch jetzt gar nicht viel Schlaues ueber Moos erzaehlen, was Ihr nicht sowieso schon wisst. Ich find's einfach nur schoen! Und weich. Fast wie ein Kissen, wenn man mal ne Pause macht.

Regenwald und Meer

Sodele, melde mich heute nochmal, denn es ist so schoenes Wetter, dass ich einfach nochmal nach Fox fahren musste um mit Anabel ein bissle Wandern zu gehen, denn morgen faehrt sie weg.
Und da dachte ich, da ich ja schonmal hier bin kann ich Euch noch ein paar Bilder von gestern zeigen.
Hat ja gestern ein bissle geregnet und das Beste, was man machen kann ist in den Regenwald zu gehen, da der so dicht ist, dass man so gut wie keinen Regen abbekommt.
Eigentlich soll ja die Farbe Gelb gluecklich machen. Ist vielleicht der Grund warum ich BVB-Fan bin. Apropos: ERSTER!!! Mit 7 Punkten Vorsprung zum Zweiten. YEAH!
Aber zureuck zum Gelb macht Gluecklich und so: Mich macht jdenefalls Gruen auch sehr gluecklich!
Und noch eins...




Es gibt nicht immer Bruecken ueber die Fluesschen, man muss sich einen Weg suchen da rueber zu kommen, wen man weiter gehen will. Aber da es in letzter Zeit hier so trocken war haben sie gerade nicht so viel Wasser, so dass das nicht schwierig war
Auf dem Weg "nach Hause" hat es dann aufgeklart, "fining up" sagen die in NZ dazu. Her ein Blick auf den Strand an der Bruce Bay.
Ist auch echt witzig: das ganze angeschwemmte Holz wird einfach da belassen, wo es angeschwemmt wurde. Sieht toll aus, denn es ist vom Salz ganz ausgeblichen und man hat immer einen Sitzplatz, wenn man einen braucht.
Und dann hab ich Euch noch etwas gebaut:

:-)

Freitag, 3. Dezember 2010

Minenunglueck am Pike River

Ich weiss nicht, wieviel man in Deutschland von dem Minenunglueck hier an der Westkueste an der Pike River Mine mitbekommen hat.
Es ist jedenfalls so ziemlich das Schlimmste, was hier je passiet ist.
Vor genau 2 Wochen gab es eine Explosion in der Mine, 2 Minenarbeiter konnten sich retten, 29 andere zwischen 17 und 62 Jahren waren da unten gefangen. Wegen toxischer Gase  und einem hohen Risiko einer ernueten Explosion konnte man keine Retter in die Mine schicken. Man hat 5 Tage lang versucht mit Probeborhungen und kleinen Robotern die Arbeiter zu finden und Kontakt aufzunehemen und alle waren guter Hoffnung. Bis dann 5 Tage spaeter eine zweite, heftigere Explosion stattgefunden hat. Danach wurden die 29 Maenner fuer tot erklaert, es gab keine Chnace, dass irgendjemand das ueberlebt haben konnte. Mittlerweile gab es einige weitere Explosionen, die Mine hat angefangen zu brennen und sie konnten die Toten noch nicht bergen. Sie haben sie eine Maschine aus Australien einschippern lassen, die mit Wasserdampf arbeitet und versucht, die Gase zu neutralisieren, damit man die Toten da heraus bekommt.
Gestern gab es eine grosse Trauerfeier in Greymouth mit 11.000 Menschen und 2 Schweigeminuten landesweit.
Es ist wirklich schlimm, das alles so hautnah mitzuerleben und man mag sich gar nicht vortsellen, was die Familien und Freunde durchmachen mussten und muessen.
Ich dachte nur, ich mache einen kleinen Eintrag, denn was ich so auf deutschen Nachrichtenseiten gelesen habe, war alles komplett falsch. Die Anzahl der Maenner, das Alter, sogar die Stadt wurde falsch benannt (Greychurch anstatt Greymouth).
Ich hoffe sehr, dass sie die Maenner bergen koennen und sie nicht fuer immer in der Mine bleiben muessen.

Schafe

Sodele, wie gewuenscht, mehr Schafe:

Nur fuer Dich, Claudi :-) Sogar mit Baby!

Zwischenbilanz

Sodele, jetzt bin ich fast 2 Monate hier und es ist Zeit fuer eine Zwischenbilanz. Fuer diejenigen, die mehr Bilder gucken wollen als lesen stelle ich zuerst ein paar Bilder ein :-)

Letzte Woche in Wanaka habe ich noch eine Wanderung auf den Gipfel des Mount Roy gemacht. Von dort aus hatte man einen tollen Ueberblick ueber den Lake Wanaka und die kleine Ortschaft Wanaka.
Die Wanderung an sich war die Hoelle, 2,5 Stunden steil bergauf bei 29 Grad im Schatten, nur dass da nirgendwo Schatten war, geschweige denn ein Lueftchen. Und die neuseelaendische Sonne ist wegen dem Ozonloch 40 % staerker als in Europa.
Danach bin ich noch ein bissle am Seeufer entlang spaziert um die Muskeln zu lockern.



Das ist eines meiner Lieblingsfotos.
Und dann ist ja jetzt mittlerweile Adventszeit. Die Neuseelaender kennen das Wort Advent gar nicht. Trotzdem habe ich einen Adventskalender im New World Supermarkt gefunden :-)
Es werden im Radio ab und zu Weihnachtslieder gespielt und auch Wanka ist weihnachtlich dekoriert.

Aber bei fast 30 Grad kommt einfach keine Weihnachtsstimmung auf. Habe es versucht, zwanghaft, habe mich auf der Fahrt hierher zum Internet-Cafe mit Weihnachtsliedern beschallen lassen, aber keine Chance...
An Weihnachten selbst werde ich an meinem Lieblingsort ,an der Golden Bay sein. In meinem Lieblingshostel. Und mittlerweile kommen einige Leute, die ich bisher kennengelernt habe auch dorthin. Ich will's mal so sagen: Mama Carina sammelt alle einsamen Maedels ein, die an Weihanchten nicht allein sein wollen und vereint sie an der Golden Bay. Marie und Taylor kommen und Anabel kommt jetzt auch :-) Freu mich voll. Und jetzt mal unter uns, ich will ja an Weihnachten auch nicht alleine sein...

Jedenfalls ist hier noch ein Bild von der Westkueste, wo es gerade aufklart.
Ist schon schoen hier. Trotzdem werde ich an Weihanchten von hier weggehen und auch nicht wieder zurueckkommen. Annette, oder auch Oberschwester Hildegard, entpuppt sich mehr und mehr als Professor Umbridge, sie ist echt ein boeser Mensch. und diese ganzen Zickereinen und die angespannte Stimmung im Cafe ist jetzt nicht gerade das, was ich brauche oder mir antun sollte. Ich habe gestern mit meiner Chefin darueber gesprochen und sie ist zwar traurig, dass ich gehr, hat das aber total verstanden und wusste sofort, wovon und von wem ich spreche. Sie wird jetzt ein Mitarbeitergespraech fuehren und ich hoffe wirklich fuer sie, dass sich da alles bessert, denn sonst bleiben die Leute einfach nicht lange. Nach Anabel bin ich jetzt schon die zweite die frueher geht als geplant. Und Marlene (deutschstaemmige Neuseelaenderin), die jetzt seit einer Woche hier ist, ueberlegt auch schon, ob sie frueher wieder gehen soll.
Naja., jedenfalls verstehe ich mich mit Marlene sehr gut und wir machen abends nach der Arbeit immer noch nette Dinge, einfach nur reden oder an den Strand gehen oder Gluehwuermchen gucken oder was auch immer.

Sodele, und jetzt zu meiner Zwischenbilanz. 2 Monate und ich fuehle mich hier wie zu Hause. Gut, das hatte ich schon bei meinem ersten Aufenhalt. Trotzdem ein schoenes Gefuehl. Es ist interessant zu sehen was man vermisst- und was nicht.Schoen zu spueren wie der Kopf immer freier wird. Hart, wenn unverarbeitete Dinge wieder hochkommen. Fuer meine Zukunft habe ich viele verschiedene Ideen, einige Entscheidungen habe ich bereits getroffen, andere noch nicht. Einige Ideen sind utopisch, andere durchaus realisierbar. Ich bin froh, dass ich noch laenger Zeit habe, damit sich die Dinge schliesslich festsetzen koennen.
Ich habe keine Schlafstoerungen mehr und meine Allergie ist weg (trotzdem ich in nem Haus mit ueberall Teppichboden wohne). Ich habe die Anzahl an Zigaretten/Tag schon um die Haelfte reduziert. Darauf bin ich ziemlich stolz und ich denke wirklich, dass ich es schaffe, bald mit den kleinen Teufeln Schluss zu machen.
Bin hier wirklich zufrieden, es ist genau das Richtige, dass ich das gemacht habe.