Montag, 8. November 2010

Waikato River und Huka Falls

Ein weiterer herrlicher tag in taupo, was kann man Besseres machen als mal wieder ein bissle Wandern zu gehen. Ich denke, jeder, der schonmal in NZ war, hat die Huka Falls gesehen (ich auch schon), v.a. weil man die bequem von der Straße aus erreichen kann.
Hatte aber keine Lust zu fahren sondern eher Lust zu laufen und bin am Waikato River entlang von taupo aus dorthin gelaufen (sind nur ein paar Kilometer).
Und bin belohnt worden mit wunderschönen Aussichten, den Huka Falls natürlich und nem eher ungewollten Sonnebrand (Sonnenschutz vergessen-ziemlich dumm von mir, die Sonne ist hier 40% stärker als in Schland-Ozonloch halt).

Kristallklares Wasser!

Das sind noch nicht die Wasserfälle, das war ein heißer Fluss. Es kommt nicht so raus wie gedacht, aber wenn man genau hinschaut sieht man es dampfen.

Stromschnellen...

...and last but not least: Huka Falls!
Ja, und abends gab es dann die Vulkane nochmal im Sonnenuntergang zu sehen.

Es ist sehr romantisch geworden zwischen Harrison und mir (der sehr stolz auf sein neues Schloss ist!!!).

Sonntag, 7. November 2010

Lake Taupo und Kawakawa Bay

Heute war/ist ein wunderschöner Tag. Die Sicht auf den See (der übrigens ein riesiger Krater ist) ist atemberaubend.

Man sieht im Hintergrund die schneebedeckten Vulkane: Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu (letzterer auch bekannt als Mount Doom/Schicksalsberg aus "Herr der Ringe").
Ich hatte heute Lust zu wandern, also habe ich eine 5-Stunden-Wanderung entlang des Westufers gemacht.
Startpunkt war Kinloch, ein gemütliches kleines Nest.



Hier sieht man im Hintergrund nochmal die Vulkane:



Die Wanderung ging zur Kawakawa Bay, die man hier von oben sieht:

Ist das nicht einfach wunderschön? Viele werden jetzt denken, der Bodensee ist doch auch schön. Ja, ist er. Aber seht Ihr auf dem Bild irgendwo eine Ortschaft, oder wenigstens ein Haus? Nein? Ich auch nicht. Und genau das ist der Unterschied! Bei 80 Millionen Menschen in einem so kleinem Land (in Schland) ist es einfach immer überbevölkert.
Von hier aus ging es bergab durch den Wald.

Kennt Ihr den Geruch im Wald wenn die Sonne auf den feuchten Boden scheint? Man kann das Leben und die Energie spüren.
Und auch wenn die Farnbilder langsam langweilig werden, daran müsst Ihr Euch gewöhnen, die werden immer wieder kommen.


In der Kawakawa Bay angekommen:

Und ich war nicht alleine dort.

:-)
Mit den beiden habe ich meinen Apfel geteilt. Ich wusste gar nicht, dass Enten Äpfel essen- aber gut- den leckeren neuseeländischen Braeburn-Äpfeln kann einfach niemand widerstehen.
So, dann musste ich nur noch alles wieder zurücklaufen, den unabgeschlossenen Harrison nehmen und zurück nach Taupo fahren. Bleibe erstmal ein bissle hier, gefällt mir.

Samstag, 6. November 2010

Gegensätze

Kennt Ihr diese Tage, an denen alles schief läuft? Heute ist so ein Tag, kann ich Euch sagen (und das liegt nicht an dem einen 10- Dollar (!!!)- Bier, das ich gestern getrunken habe). Mir ist der Schlüssel von Harrison im Schloss abgebrochen. Jetzt kann ich ihn nicht mehr abschließen und muss bis Montag warten bis ich (hoffentlich) jemanden finde, der das wieder hinkriegt. Dann ist mir der Toast angebrannt, Ei auf die (frisch gewaschene) Hose gefallen und habe mir in den Finger geschnitten.
Aber mal ganz abgesehen davon: Ich bin heute nach Taupo gefahren, das liegt am größten neuseeländischen See (Lake Taupo) mitten auf der Nordinsel. Auf dem Weg dorthin habe ich Taylor in Rotorua abgesetzt, bin also wieder alleine mit Harrison unterwegs.
Apropos Harrison:

Super,oder? Hihi!

Ein paar landschaftliche Bilder können nicht schaden.

Und das ist der Lake Rotorua. Die hellere Farbe ufernah kommt aus einer heißen Quelle, die in den See mündet.

Das hier ist ein Kratersee. Hab ich quasi am Straßenrand gefunden.
Hier ist die Natur wieder komplett anders. Es gibt sehr viel vulkanische Aktivität, die Vulkane selbst sind auch nur 50 km entfernt. Überall sieht man es qualmen und es riecht nach Schwefel. Besonders Rotorua ist bekannt für den konstanten penetranten Schwefelgeruch und viele heiße Quellen etc. Aber auch in Taupo findet man sowas.
Ich war heute in einem Gebiet vulkanischer Aktivität, das sich "Craters of the Moon" nennt.

Ja, aufpassen muss man. Der Boden ist warm bis heiß.


Faszinierend.

Hier sieht man tatsächlich Lava aus dem Boden quellen.

Und hier ist heißer, blubbernder Schlamm. Absolut genial. Und an den Geruch gewöhnt man sich auch nach einer Weile.


Und das ist der Blick von der Sonnenterrasse meines Hostels. Ist ein bissle kalt hier abends, muss ich gestehen. Werde mir heute eine Wärmflasche mit ins Bett nehmen müssen(hab für solche Fälle vorgesorgt -als bekennende Frostbeule).

Freitag, 5. November 2010

Exkurs: Guy Fawkes Day

Vielleicht noch ein paar Worte zum "Guy Fawkes Day".  Guy (eigentlich Guido) Fawkes war ein englischer Offizier, der am 05. November 1605 ein Attentat auf den englischen König Jakob I verübt hat. Hat aber nicht geklappt. Er wollte das englische Parlament im Westminster- Palast in London in die Luft sprengen.
Warum aber wollte er das bloß tun, der Schelm?
Er war katholisch und Katholiken wurden zu dem Zeitpunkt in England verfolgt. Fand Guy Fawkes doof und hat 36 Fässer voller Schwarzpulver (über 2 Tonnen) in einen Kellerraum des Westminster-Palastes geschleppt (oder schleppen lassen). Er wollte neben König Jakob I auch noch dessen Familie, viele Bischöfe, Parlamentsmitglieder und Hochadelige umbringen. Ach so, und danach noch die Gefangenen aus dem Tower of London befreien.
Leider (?) hat einer der Mitverschwörer ihn verraten. Somit wurde er verhaftet und hat unter Folter  gestanden. Seine Mitverschwörer wurden am 30.01.1606 durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen hingerichtet (meine Güte, waren die Leute brutal früher). Einen Tag später sollte das auch Guy Fawkes passieren. Aber darauf hatte er keine Lust, fand er nicht so prickelnd und ist einfach vom Podest des Galgens gesprungen, bevor die Schlinge um den Hals hochgezogen wurde und hat sich so das Genick gebrochen und musste nicht so leiden.
Jetzt feiern die Neuseeländer  und Engländer am 05.November, also heute, den Guy Fawkes Day zur Erinnerung an das fehlgeschlagene Attenat mit Feuerwerken und Fackelzügen, bei denen eine Guy Fawkes- Puppe verbrannt wird.
"Bonfire Night" wird das auch genannt.
Ha, und das Beste: man sagt bis heute noch scherzhaft, dass Guy Fawkes der einzige Mann war, der jemals mit ehrlichen Absichten ins Parlament gegangen ist :-)
Und für alle Harry- Potter- Fans: Fawkes der Phönix (von Dumbledore) ist nach Guy Fawkes benannt. Ich mag Fawkes (den Phönix).

Fight and Flight

Manchmal ist es verwunderlich wie schnell sich Dinge ändern können. Taylor und ich haben die Flucht ergriffen und sind von der Farm weggegangen, eher überstürzt würde ich sagen.Wieso, weshalb, warum? Die Geschichte im Detail zu erzählen würde Stunden dauern. Ich versuche es mal kurz zu machen. Rob, der Farmer, ist eine sehr schwierige Persönlichkeit. Steinreich, hat alles was man sich nur wünschen kann und noch mehr.Und ist trotzdem nicht zufrieden. Er ist überempfindlich, nimmt jede Kleinigkeit persönlich, macht aus Mücken Elefanten. Er ist unorganisiert, braucht uneeingeschränkte andauernde Aufmerksamkeit, ist launisch und unberechenbar. Er hat einen ausgeprägten Hang zum Alkohol. Er hat kein Gefühl für die Schwächen oder Stärken der Wwoofer, die bei ihm sind, keine Menschenkenntnis (obwohl er das immer behauptet). Er hat Vorurteile (ich bin ein kleiner Nazi, Taylor (aus den USA) ist Kriegsliebhaber und isst nur Fast Food).
Kurzum: Obwohl die Gegend so wunderschön war und die Arbeit mir Spaß gemacht hat, hab ich mich nie richtig wohl gefühlt in seiner Gegenwart. Und man konnte seiner Gegenwart nie entkommen, da er abends nach dem Essen immer noch stundenlange Monologe gehalten hat über sich, sein Leben, wie toll er ist (eine "Ikone" in seinen Worten) etc.
Man hat als Wwoofer das Recht auf freie Tage, wir hatten keinen. Man soll nicht mehr als 5 h am Tag arbeiten, bei uns waren es 8 bis 9 Stunden.
Naja, jedenfalls kam es zu einem Eklat am Mittwoch Mittag, als Taylor einen Vorschlag gemacht hat, wie man die aktuelle Arbeit besser und schneller machen kann (ich hatte genau den gleichen Plan im Kopf wie sie) und da hat bei ihm irgendwas ausgesetzt. Er hat sie gebeten zu gehen. Kein Mensch versteht warum, er konnte es auch nicht erklären. Er meinte nur er fühle sich unwohl in ihrer Gegenwart, und das aus heiterem himmel. Die beiden hatten sich besser verstanden als Rob und ich uns verstanden haben und dann plötzlich sowas. Nun ja, ich habe mich dann spontan entschieden auch zu gehen. Zum einen weil ich mit dem Typen nicht alleine auf der Farm bleiben wollte. Und zum anderen, weil ich mich absolut unsicher und unwohl gefühlt habe. Ich mag keine Menschen, die ihre Macht so ausspielen. Und dass das die richtige Entscheidung war hat sich kurze Zeit später gezeigt als er unter Einfluss von Bacardi nochmal so richtig ausgetickt ist.
Kurzum: Der Typ hat ne Macke. Es muss ja auch einen Grund geben warum seine Frau und seine Kinder nicht mehr bei ihm der Farm wohnen, sondern in Tauranga (wir haben sie nie kennengelernt).
Auf jeden Fall habe ich Taylor eingepackt und sie, Harrison und ich sind weggefahren.
 Das ist Waihi Beach. Ich war auf den Tag genau vor einem Jahr schonmal hier.
Ich finde diese gestrandeten Baumstämme immer super. Das tolle ist, dass es niemand sie wegmacht, die bleiben einfach liegen. Sehen zum einen toll aus (vom Salz ausgebleicht) und man hat immer eine Sitzgelegenheit!
Wir haben uns entschieden, erstmal nach Tauranga zu fahren. Und ich muss sagen, es tut tatsächlich gut mal wieder in einer Stadt zu sein. Und ich habe es vermisst in Hostels zu sein, ich liebe die Athmosphäre und neue Leute zu treffen.
Wie gestern. Da haben wir uns beim Abendessen mit einer Neuseeländerin aus Auckland spontan entschieden noch in die Salzwassertherme nach Mt. Manganui zu gehen. Und das war sooooo entspannend.
Tauranga ist ein nettes Städtchen mit ein bissle mehr als 100.000 Einwohner (also groß für NZ). Liegt direkt am Meer.

Hier hab ich ein  Boot fotografiert, das fand ich genial, heißt Christina :-)

Die Straße heißt "The Strand". Hier gibt es jede Menge Pubs  (links) und wir werden heute Abend mal ein Bierchen trinken gehen. Außerdem ist heute "Guy Fawkes Day", und da gibt es Feuerwerk. :-)

Mittwoch, 3. November 2010

Farmleben

Meine Beine sind zerkratzt, meine Klamotten dreckig, ich habe Schmerzen im Rücken und in den Handgelenken. Wie meine Hände aussehen möchte ich gar nicht beschreiben. Außerdem habe ich wahnsinnigen Musklekater, v.a. in den Armen. Zum Glück gibt es jeden Tag viele Proteine :-)

Das ist toll. Die Eier von diesen sehr glücklichen Hühnern sind viel gelber, also das Eigelb ist viel dunkler. Und die Schale sehr hart. Rob kauft den Legebatterien immer mal wieder ein paar Hühner ab und hegt und pflegt sie so lange, bis auch die wieder glücklich sind.

Das ist Taylor, aus San Francisco, sie ist auch Wwooferin. Die Hunde heißen Buddy (der Braun-Schwarze) und Doc (der Schwarz-Weiße). Doc ist total süß, eigentlich ein Schafhund, schon ziemlich alt und taub, aber sehr liebesbedürftig, möchte immer gestreichelt werden. Buddy ist ziemlich dumm, sehr impulsiv, bellt viel. Er ist eigentlich ein Arbeitshund und sollte ursprünglich die Kühe eintreiben, aber er blickt es einfach nicht und jagt die Kühe immer auseinander. Sein Spitzname hier ist  "Pea Brain"- Erbsenhirn.
Wenn die Arbeit getan ist (habe mittlerweile noch Bäume beschnitten, Erbsen, Mais und Bohnen angepflanzt, VIEL Holz in der Gegend herum geschleppt, einen Weg gepflastert, Bäumchen gepflanzt und und und) geh ich meistens noch eine Runde mit oder auch ohne den Hunden spazieren.
Und genieße einfach:







Der Baum im letzten Bild heißt Puhutukawa (von denen habe ich drei gepflanzt). Sie werden auch "Maori Christmas Trees" genannt, denn sie blühen um die Weihnachtszeit rot. Es sind einheimische Bäume und sie stehen hier unter Naturschutz.

Muss sagen, bin momentan zufrieden.

Montag, 1. November 2010

Kühe + elektrische Zäune = Gefahr

Teilweise ist das schon grenzwertig, was ich hier so mache. Rob (der Farmer) war für zwei Tage nicht da und hat Taylor (die andere Wwooferin) und mir ein paar "kleine" Aufgaben gegeben. Die "kleinste" davon war, die Kühe von einem Feld aufs andere zu lassen.
Wie gesagt, es sind über 100 Kühe, und die sind jetzt nicht grad klein:

Jetzt sollten Taylor und ich das Tor zum nächsten Feld öffnen. Hört sich einfach an. Das Tor öffnete sich aber nach innen, also in Richtung der Kühe, die schon alle auf einem Haufen direkt vor dem Tor warten und ganz ungeduldig sind, frisches Gras zu bekommen. Rob meinte wir sollen das Tor öffnen, in Richtung der Kühe aufdrücken, dann hinter das Tor gehen (wie denn, wenn da die ganzen Kühe stehen?) und zwischen Tor und Zaun warten. Hm, gute Idee, man wird halt nur zerquetscht und zertrampelt. Mal ganz abgesehen davon, dass die Zäune alle elektrisch sind und man zusätzlich noch gebrutzelt wird.
Und sollte eine Kuh einen angreifen (oder einer der 5 jungen Bullen, die ganz frisch in der Herde sind und kaum wild und voller Hormone), dann gibt es keinen Fluchtweg, weil, wie gesagt, die Zäune elektrisch sind. Und das nächste Tor nur 400 m Weg.
Gott, hatten wir Angst. Nach langem hin und her habe ich dann eine Lösung gefunden: hab eine Mistgabel geholt, über den elektrischen Zaun hinweg das Tor aufgestossen und gewartet bis die meisten Kühe auf dem neuen Feld waren. Die Restlichen haben wir dann irgendwie ins neue Feld gescheucht und das Tor wieder geschlossen.
Adrenalin der negativen Sorte, das kann ich Euch sagen.
Aber von außen betrachtet sehen die Kühe ja ganz nett aus:

Oder?